Die Kommunen stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand. Nidderau bildet keine Ausnahme. Nun stehen die „Wilden Biber“ auf der Streichliste. Die Wald- und Naturkita soll geschlossen werden, um Kosten zu sparen. Am Dienstag, den 29. September 2026, zogen Kinder und deren Familien sowie Gleichgesinnte vor das Rathaus und das Familienzentrum am Stadtplatz, um für den Erhalt der Einrichtung zu demonstrieren. BUND-Aktive vor Ort unterstützten dieses Anliegen.
Die Kinder waren mit Bibermasken und Trillerpfeifen ausgerüstet. Viele trugen selbstgebastelte Schilder mit Aufschriften wie „Vielfalt“, „Natur statt Norm!“, „Finger weg von unserem Biberbau!“, „Ein Ort voller Kindheit“ oder „Kleine Biber, große Abenteuer“. Der Demonstrationszug stimmte wiederholt ein eigens für den Anlass kreiertes Lied an.
„Opa Otto“ und „Opa Ralf“ waren die Redner, beide haben jeweils einen „wilden Biber“ zum Enkelkind. Der für sein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Kultur über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Pfarrer im Ruhestand Otto Löber betonte das Alleinstellungsmerkmal der „Wilden Biber“ als einzige Wald- und Naturkita der Stadt.
Dr. Ralf Grünke vom BUND-Kreisvorstand Main-Kinzig-Kreis und Hanau erklärte angesichts von Nidderaus Finanzmisere: „Wer jetzt die Sense ansetzt statt genauer hinzusehen, welche Kürzungen und Schließungen auf Dauer viel höhere soziale Folgekosten mit sich bringen, handelt unüberlegt und unverantwortlich.“ Er ergänzte: „Wir wissen doch, was ökologisch und sozial auf uns zukommt. Wir brauchen Generationen, denen Naturverbundenheit in die Wiege gelegt wird. Jedes Kind, das Artenvielfalt nicht nur aus dem Buch und von Tablet kennt, sondern von Wald und Wiese, nutzt uns in Zukunft allen.“
Die Entscheidung über die Zukunft der „Wilden Biber“ steht bei der Stadtverordnetenversammlung am 1. Oktober an.